Oratorium mit vielen Mitwirkenden
Proben für Petrus
Foto: Hermann Pentermann
Chorprobe: Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören sind am Projekt "Petrus und der Hahn" beteiligt.
Eins vorneweg: Der Apostel Petrus kommt im Oratorium „Petrus und der Hahn“ gar nicht vor, und auch das krähende Tier ist nicht dabei. Vielmehr geht es im übertragenen Sinne um Petrus-Momente, die jeder von uns kennt: gebrochene Versprechen, geschuldete Freundschaftsdienste, die Verpflichtung, das Richtige zu tun, und die Suche nach dem, was richtig ist. Und um das rechte Maß an Gottvertrauen, um weiterzumachen. „Gott ist einer, der uns nimmt, wie wir sind“, heißt es in einem der Lieder des Oratoriums.
Zwei Sprechrollen gibt es, die schon in den Vorläuferstücken angelegt waren: Ein junger Mann, der im ersten Oratorium („Die Spur von morgen“, 1998) noch ein Teenager auf der Suche war, in „Adam“ wurde die Figur weiterentwickelt. Nun trifft er in „Petrus und der Hahn“ erneut auf den Pater. Diese beiden werden von Schauspielern verkörpert. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Musik. Mit Soloparts treten Gregor Linßen und Christina Hernold sowie vier weitere Solisten auf. Ein Orchester mit Streichern, Saxophon und Schlagzeug unterstützt den Chor, bei der Aufführung sind es 180 Sängerinnen und Sänger.
40 von ihnen sind die Kinder, die bei fünf Stücken als Kinderchor dazukommen. 30 Mitwirkende sind Musikfreunde, die das Oratorium schon woanders gesungen haben. Und 110 Männer und Frauen sind aktuell zum Petrus-Projekt für die St.-Alexander-Kirche Wallenhorst dazugekommen. Sie proben unter der Leitung von Kirchenmusikerin Maria Hartelt seit Januar, treffen sich etwa alle vier Wochen für ein Probenwochenende in Hollage, wo Maria Hartelt Chorleiterin ist. Sie kommen unter anderem aus Hollage, Ankum, Eggermühlen und Alfhausen und hatten Lust, Teil dieses ambitionierten Projekts zu sein.
Durch Musik verbunden gemeinsam unterwegs sein
Bei der Probe nach der Sommerpause in Hollage ist besondere Konzentration gefragt. Maria Hartelt behält den Überblick, musikalisch und organisatorisch. Mit den Aufwärmübungen geht es los. Hinstellen, lockeren Stand einnehmen, sich leicht von links nach rechts wiegen, der Oberkörper beschreibt einen Kreis. Beine ausschütteln, Schultern kreisen, die Hände zur Decke strecken – das hilft dem Körper, leichter zu werden. Das wissen alle und folgen Maria Hartelt deshalb durch das Programm. Sie singt einiges vor, der Chor folgt. Den Ton in die Füße schicken – kein Problem! Zum Üben der Projektlieder dürfen sich dann alle setzen, Textheft in der Hand, nach Stimmlage geordnet: Bass, Tenor, Sopran und Alt.
In der Pause ist Gelegenheit, etwas zu trinken und sich auszutauschen. Manche der Mitwirkenden haben im Sommer an der Musikwallfahrt teilgenommen, die zu „Petrus und der Hahn“ angeboten wurde. Sie verbrachten zusammen einige Tage in Haus Ohrbeck, am letzten Tag pilgerten sie zu Fuß bis nach Osnabrück zum Petrusdom, begleitet von Gregor Linßen. Der Komponist nahm an dem Wochenende teil, ebenso Maria Hartelt, und es wurde viel gesungen. „Die beiden sind ein tolles Tandem“, sagt Christiane Höving, die an der Musikwallfahrt teilnahm. In den Chorprojekten gehe es darum, durch die Musik verbunden gemeinsam unterwegs zu sein, sagt Maria Hartelt. Das Petrus-Projekt sei offen ausgeschrieben worden, damit sich viele beteiligen können.
Außerdem gab es in Haus Ohrbeck eine Ausstellung mit Bildern zu den Liedern von Sandra Meiners zu sehen. Die Ausstellung wird ab 22. Oktober im Heimathaus Hollage gezeigt. Zur Vernissage (Beginn 19 Uhr) singt der Chor Lieder aus dem Oratorium.
Termine
Die Aufführungen des Oratoriums „Petrus und der Hahn“ sind am Samstag, 31. Oktober, 19 Uhr, und am Sonntag, 1. November, 15 Uhr, in der Kirche St. Alexander in Wallenhorst. Karten gibt es für 25 und 20 Euro an der Abendkasse, bei den Mitwirkenden des Projekts, den Vorverkaufsstellen in Wallenhorst und sie können per E-Mail bestellt werden unter: cantarem.hollage@gmail.com