Pfarrgemeinderäte im Bistum Osnabrück feiern

Vor 50 Jahren war die erste Wahl

Image
19_02_pgr.jpg

Seit 1969 gibt es im Bistum Osnabrück Pfarrgemeinderäte. Anfangs war vielen nicht klar, wie deren Arbeit aussehen sollte, inzwischen sind sie nicht mehr wegzudenken. An diesem Wochenende wird das Jubiläum gefeiert.


Stimmenauszählung 1987 in der Osnabrücker Gemeinde St. Antonius im Stadtteil Voxtrup Foto: Archiv

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Pfarrer in der Regel der Alleinunterhalter in der Gemeinde, jetzt bekam er Unterstützung: Vor 50 Jahren wurden im Bistum Osnabrück flächendeckend die ersten Pfarrgemeinderäte gewählt. „Ich dachte, jetzt können wir vieles in der Gemeinde mitgestalten, und das kam auch so“, sagt August Averbeck aus Quakenbrück im Gespräch mit dem Kirchenboten. Der 78-Jährige gehörte damals dem ersten Gremium in der St.-Marien-Gemeinde an.

50 Jahre ist das jetzt her, doch manche Erinnerung an die Zeit ist bei Averbeck noch lebendig. „Es gab einen großen Run auf die Plätze“, sagt er. Um die zwölf Sitze im neuen Pfarrgemeinderat bewarben sich 31 Gemeindemitglieder. Drei Jahre später waren es bei der zweiten Wahl sogar 41.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sollte die Mitarbeit von Laien in allen Gemeinden gefördert werden. Schon 1967 entstanden in einzelnen Pfarreien des Bistums solche Laiengremien, am 23. Februar 1969 wurde dann überall gewählt. Mit einem Extrablatt war im Vorfeld über die Wahl aufgeklärt worden. Überschrift: „Die Kirche braucht Ihren Rat, Ihre Mitarbeit.“

Bischof Bode feiert Pontifikalamt

Genau 50 Jahre nach diesem Ereignis veranstaltet das Bistum Osnabrück an diesem Samstag (23. Februar) ein Fest zum Jubiläum, drei Mitglieder pro Gremium sind nach Osnabrück eingeladen. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit gut 250 Teilnehmern. Nach einem Pontifikalamt mit Bischof Franz-Josef Bode im Dom (10 Uhr), an dem jeder Gläubige teilnehmen kann, beginnt im Dom der Festakt zum Jubiläum für die geladenen Gäste.

Dabei wird auch August Averbeck eine wesentliche Rolle spielen: Er soll nach seinen Erfahrungen aus den Anfangsjahren befragt werden. Dem Kirchenboten hat er schon einmal einen Einblick gewährt: „Viele Gewählte hatten nicht damit gerechnet, dass sie damit so viel Arbeit haben würden. Jetzt mussten wir Ideen selbst umsetzen. Aber das hat auch viel Spaß gemacht.“

Matthias Petersen

Ein ausführliches Gespräch mit vier Pfarrgemeinderatsmitgliedern aus unterschiedlichen Generationen lesen Sie im aktuellen Kirchenboten