Anstoß 11/2026
Glutnester des Geistes
Jesus sagt: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen, wie froh wäre ich, es würde schon brennen.“ (Lukas 12,49) Bei ihm wird das Feuer zum Bild, um Glauben, Hoffnung und Liebe neu zu entflammen. Der Heilige Geist übernimmt die Rolle des Brandstifters. Er entfacht den Glauben in uns. An diesem Wochenende feiert die Kirche Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Was können wir tun, um diesem Brandstifter Tür und Tor zu öffnen? In Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften wird darüber nachgedacht. Eine Idee jagt die nächste. Viele nach dem olympischen Motto „Höher, schneller, weiter“. Wenn wir nur cooler sind und das größere Feuerwerk abbrennen, werden die Menschen schon kommen.
Solchen Ideen stehe ich immer skeptischer gegenüber. Ein Feuerwerk ist in Minuten abgebrannt. Glauben braucht einen langen Atem. Mir gefällt das Bild von den Glutnestern. Im Wald sind sie eine Katastrophe. Für den Glauben ein Segen, weil aus Glutnestern des Geistes die Sehnsucht nach Gott aufflammen kann, wenn der Wind günstig steht.
In diesem Jahr feiert der Tag des Herrn seinen 75. Geburtstag und unsere Pfarrkirche in Lübbenau ihren 70., fast noch ein Kindergeburtstag für eine Kirche. Ob christliche Zeitung oder Pfarrgemeinde, beide wollen Glutnester des Geistes sein. Sie versuchen Ausgabe für Ausgabe und Tag für Tag, die Glut des Geistes zu schüren und am Brennen zu halten. Sie rechnen damit, dass die Sehnsucht nach Gott in den Menschen aufflammt, wenn die Zeit gekommen ist.
Das ist nicht so spektakulär wie ein Feuerwerk, aber mit Sicherheit nachhaltiger. Ich bin froh über alle, die betend, schreibend, helfend oder suchend Glutnestern des Geistes sind.