Anstoß 16/2026

Worte des Lebens

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Manchmal sind Worte wie Schall und Rauch, sie vergehen ungehört, hinterlassen keine Wirkung, sind leere, hohle Worte. Aber es gibt auch Worte, die bleiben – sie hinterlassen bleibende Wirkung.

Porträtbild von Dominkanerpater Josef kleine Bornhorst
Pater Josef kleine Bornhorst
Dominikanerkloster Leipzig

Wir erinnern uns an: „Ich bin ein Berliner.“ Der amerikanische Präsident John F Kennedy sagte das am 26. Juni 1963 vor zigtausenden Berlinern auf den Balkon des Schöneberger Rathauses. Seine solidarischen Worte gingen den Menschen zu Herzen. Oder das Wort vom sterbenden Papst Johannes Paul II zu den Menschen: „Habt keine Angst!“ Ein Wort des Trostes und der Ermutigung zu der Menge auf dem Petersplatz die wusste, dass er bald sterben wird.

Auch im persönlichen Bereich gibt es bleibende Worte: das Ja der Treue bei der Hochzeit, Worte der Liebe, der Freundschaft… Aber es gibt auch Worte, die zerstören, die für Versöhnung und einen Neuanfang stehen. Und es gibt traurige Worte des Abschieds. Die letzten Worte eines Sterbenden etwa – sie bleiben in unseren Inneren lebendig wie ein kostbarer Schatz.

Worte haben Spuren und Wirkung hinterlassen. Sie haben ihren Platz in den Geschichtsbüchern und in unserem je eigenen Lebensbuch.

Oder beim Lesen eines Buches: Durch die Worte des Autoren tauche ich in eine ganz andere Welt ein. Sie berühren mich und gehen zu Herzen. Gleiches gilt auch für die Musik, wo die Stimmen der Sänger mein Ohr und mein Herz ergreifen und im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen gehen.

So auch die Lieder von Paul Gerhardt, eines evangelischen Geistlichen, der viele gottesdienstliche Lieder geschrieben hat. Wir hören und singen seine Lieder mit unseren Stimmen und mit unseren Herzen. Seine musikalischen Worte des Lebens sind ein Geschenk.

Pater Josef kleine Bornhorst