"Denkmalsbuche" vor der Kirche muss massiv gekürzt werden
Ein Wahrzeichen für Holsten-Bexten
Foto: Andreas Eiynck
35 Meter breit ist die Krone der "Denkmalsbuche" auf dem Kirchplatz in Holsten-Bexten.
Der Landkreis Emsland hatte die vermutlich 200 Jahre alte Buche schon 1982 zum Naturdenkmal erklärt. Ihr schöner Wuchs mit der mächtigen Krone über dem Kirchhof zieht immer wieder viele Besucherinnen und Besucher an. Auch die Kirchengemeinde hat den Platz früher genutzt, zum Beispiel für Freiluftgottesdienste bei dem Baum – weil er mit seinen starken Wurzeln und weit ausladenden Ästen wie ein Symbol des christlichen Glaubens ist. Pfarrer Karlheinz Fischer bekräftigt, wie viel die Buche den Holsten-Bextenern und auch ihm persönlich bedeutet. „Es wäre sehr schade, wenn man sie gar nicht retten könnte."
Im August ist ein großer Ast abgebrochen
Derzeit sieht es aber nicht gut für den Baum aus. Im August war laut Landkreis Emsland ein großer Ast abgebrochen und die Buche daher von einem Fachbetrieb eingehend begutachtet worden. Der Ast fiel auf den Gehweg, der in der Nähe der Buche verläuft. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Wegen der Lage nahe der Kirche, des Friedhofs und des Kindergartens seien nun weitere Maßnahmen geplant, die aus naturschutzfachlicher Sicht sowie aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht dringend notwendig seien. „Die Untersuchung ergab, dass die Buche stark geschädigt ist und bis auf einen Torso massiv eingekürzt werden muss."
Bei den Astabbrüchen, die schon 2020 und in der Folge in diesem Juli und August passiert sind, handelt es sich nach Einschätzung des Experten um einen sogenannten „Grünastabbruch“. Dieser entsteht nach Mitteilung des Landkreises durch starke Umwelteinflüsse wie große Hitze, starke Trockenheit, aber auch starke Regenfälle. Auch im schlechten Allgemeinzustand der Buche liegen die Astabbrüche begründet. Eine seit Wochen laufende Bewässerung habe keine erkennbare Verbesserung herbeigeführt. Der Baum sei insgesamt in einem schlechten Zustand, hält der Fachbetrieb fest. „Die Oberkrone zeigt deutliche Degenerationsanzeichen. Die Buche zieht sich zurück, der Oberkronenbereich wird nicht mehr versorgt und stirbt ab“, heißt es im Bericht des Sachverständigenbüros.
Trockenheit gefährdet den Baum
Und das, obwohl in den vergangenen Jahren mehrere Maßnahmen zum Erhalt der Buche unternommen wurden: Um den Standort zu verbessern, war in der Vergangenheit der Boden im Wurzelbereich durchlüftet worden, war gemulcht und bewässert worden, war das Umfeld abgesperrt sowie Totholz entnommen und die Krone gesichert worden. Zudem gab es regelmäßige Baumkontrollen. Erste baumsichernde Pflegemaßnahmen fanden bereits 1987 und dann fortlaufend regelmäßig in den zurückliegenden Jahren statt. Doch der Allgemeinzustand der Buche verschlechterte sich weiterhin. Die Trockenheit der vergangenen Jahre und des aktuellen Sommers verstärkt die Problematik.
2002 war der Baum vermessen worden, sodass das Alter der Buche damals auf zwischen 170 bis 200 Jahre festgelegt werden konnte. Bei einem Kronendurchmesser von 35 Metern und einem Stammumfang von 4,40 Metern wirkt der Baum imposant. Doch die lichte und rückgängige Belaubung lässt laut Landkreis bereits optisch erkennen, dass die Buche deutlich geschwächt ist.
Wegen der aktuellen Gefahr durch herabfallendes Totholz im Bereich der Kirche und des Friedhofs Holsten hat die Gemeinde Salzbergen den gesamten Straßenbereich Espel vom Holstener Weg (Kriegerdenkmal) bis zur Feldhookstraße und umgekehrt vollständig gesperrt.