Urlaub für Senioren im Caritas-Gästehaus

„Besser als in jedem Hotel“

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Caritas-Gästehaus Bad Rothenfelde
Nachweis

Foto: Astrid Fleute

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Die Senioren schätzen den guten Service, den Hausleiterin Anja Tietz und ihr Team in Bad Rothenfelde bieten. 

Einfach mal raus. Das muss gar nicht weit weg sein. Im Caritas-Gästehaus St. Elisabeth am Kurpark in Bad Rothenfelde schwärmen die Gäste vom umfangreichen Angebot und einer wunderbaren Atmosphäre.

Nach dem Frühstück gibt es erstmal Gymnastik. „Und zwar eine tolle“, betont Anni Heet aus Venhaus mit Nachdruck. Die 88-jährige Emsländerin macht mit ihrer Schwägerin und zwei weiteren Freundinnen eine Woche Urlaub im Caritas-Gästehaus St. Elisabeth am Kurpark im niedersächsischen Bad Rothenfelde – und ist vollkommen begeistert: „Das Gesamtangebot macht es hier aus. Die Lage des Hauses direkt an den Salinen, das Programm, die gute Versorgung. Man würde nie versuchen, ein Hotel zu bekommen, wenn man hier sein kann“, schwärmt sie. Ihre Freundinnen nicken. Gemeinsam stehen sie im Eingangsbereich vor der Info-Tafel, studieren das Programm des Tages. Gleich wollen sie zum Gedächtnistraining, am Nachmittag ist Seniorentanz. Dazwischen bleibt genügend Zeit, um in Ruhe um die Salinen zu spazieren oder im hauseigenen Schwimmbad ein paar Bahnen zu ziehen. „Man hat hier keine Langeweile“, sagt Elisabeth Spieker (82) und lächelt zufrieden.

St. Elisabeth am Kurpark
Zentral in Bad Rothenfelde liegt das Gästehaus St. Elisabeth.

Seit 1984 bietet der Caritasverband Osnabrück in seinem Gästehaus direkt am Kurpark mit seinen Salinen in Bad Rothenfelde Erholungswochen für Senioren an. 1873 wurde das Gebäude zunächst als Kinderheim gebaut und seitdem mehrfach saniert und modernisiert. Heute bietet es 64 Einzelzimmer und 14 Doppelzimmer, davon zwei Appartements. Für die Gäste gibt es Vollverpflegung und spezielle Angebote wie Gesundheitswochen, besinnliche Tage im Advent und in der Fastenzeit sowie Aktionswochen.

Außerhalb dieser Angebote steht das Haus für eine individuelle Erholungszeit offen – von ein paar Tagen bis zu einem Aufenthalt von einem Monat ist alles dabei. Über Weihnachten startet jedes Jahr eine Weihnachtsfreizeit, die an den Festtagen besonders feierlich gestaltet ist und auch Silvester mit einschließt.

Lange Zeit prägten die Schönstätter Marienschwestern den Geist des Hauses, bis 2024 die letzten drei von ihnen Bad Rothenfelde verließen. Einrichtungsleiterin Anja Tietz ist es wichtig, diesen spirituellen Geist und die Angebote dennoch weiter aufrechtzuerhalten. Liebevoll und kompetent kümmert sie sich um die Hauskapelle, um geistliche Angebote und Gottesdienste, hält Kontakt zur Pfarrgemeinde. Jeden Donnerstagabend gibt es ein Abendlob in der Kapelle des Hauses, einmal im Monat zudem einen Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung. Viele Gäste wissen das sehr zu schätzen, was nicht nur der hohe Kerzenverbrauch zeigt: „So etwas hat man nicht überall, für uns gehört das Religiöse einfach dazu“, erzählt Elisabeth Spieker. Sie ist bereits zum zweiten Mal zu Gast in Bad Rothenfelde und ist „rundum zufrieden“. In ihrem näheren Umfeld hat sie mit Prospekten und Berichten bereits fleißig Werbung für das Gästehaus gemacht: „Da möchte ich auch mal gerne hin“, diesen Wunsch hört sie dann häufiger.

Vielseitiges Programm auch für jüngere Senioren

Leiterin Anja Tietz ist es wichtig, dass ihre Gäste sich gut erholen, Energie tanken und mit neuen Anregungen, auch durch den Austausch der Gäste untereinander, wieder in den Alltag starten. Damit auch jüngere Senioren den Weg nach Bad Rothenfelde finden, ist das Programm vielseitig aufgestellt, die gut nachgefragten Gesundheitswochen wurden durch die Aktionswochen ergänzt. So gehört zu einer Gesundheitswoche, die auch die vier Frauen aus dem Emsland gebucht haben, zum Beispiel ein Obstteller auf dem Zimmer, ein Besuch der Salzgrotte, eine Klangschalen- oder Aromatherapie, Wassergymnastik und Massage. Die 86-jährige Agnes Thünemann sagt: „Wassergymnastik ist für mich ideal“. Neben Einzelpersonen und kleinen Gruppen sind auch Chöre oder Tanzgruppen eingeladen, ein Wochenende im Bad Rothenfelder Gästehaus zu verbringen. 

Nicht nur die vier Seniorinnen aus dem Emsland wissen das vielseitige Angebot zu schätzen, freuen sich, dass sie „das alles noch so können“. Es sei dieses „Rund-um-versorgt-werden“, was sie so schätzten, sagen sie. „Man ist beschäftigt, kann es sich aber einteilen und durch die gemeinsamen Mahlzeiten ist man auch nie allein“, sagen sie. Alle vier sind mittlerweile alleinstehend, genießen die Gemeinschaft in Bad Rothenfelde und betonen: „Man kann hier einfach mit jedem reden.“ Auch Gäste, die allein reisen, finden schnell Anschluss. Die meisten Senioren, die ins St.-Elisabeth-Haus kommen, sind auch zu Hause noch aktiv und fest eingebunden, erzählt Anja Tietz. Sie hat immer ein offenes Ohr, nimmt sich für persönliche Anliegen Zeit. Ein gutes Miteinander ist ihr wichtig, das spüren die Gäste. 

Gemeinsame Abende mit Spielen und Klönen

Aber auch, wer nicht mehr so fit ist, erhält in einem gewissen Rahmen im Gästehaus Unterstützung. So kommt bei Bedarf morgens und abends der Ambulante Pflegedienst ins Haus, hilft beim Duschen, Strümpfe an- und ausziehen oder bei der Medikamentenvergabe. Dieser Service hat jedoch auch seine Grenzen, betont Anja Tietz: „Wenn jemand den ganzen Tag Hilfe braucht oder dement ist, dann können wir die Betreuung hier nicht leisten.“ Die Servicekräfte kämen um 7 Uhr und gingen um 20 Uhr. Danach gebe es noch die Bereitschaft des Pflegedienstes und einen Notruf in jedem Zimmer. Ohne das motivierte Team des Hauses, das für die Zufriedenheit der Gäste verantwortlich ist, und das Netzwerk aus Pflegedienst, Therapeuten und anderen freien Mitarbeitenden wäre die hohe Qualität der Versorgung nicht denkbar.

St. Elisabeth am Kurpark
Der Gemeinschaftsraum bietet vielfältige Möglichkeiten.

Die ereignisreichen Tage enden für die meisten Gäste abends im Gemeinschaftsraum des Hauses – ein Highlight auch für die Frauen aus dem Emsland. Sie spielen dort Karten oder Rummicup und lassen den Tag gemeinschaftlich ausklingen. Meistens sind alle Tische im Raum voll belegt, auch Bekanntschaften haben sich hier bereits gebildet. Die Frauen sagen: „Hier sind alle freundlich und aufgeschlossen – nicht wie im Hotel mit ,Tür zu und fertig´.“ 

An diesem Vormittag freuen sich die drei auf das Gedächtnistraining, das heute auf dem Programm steht. Aufgeregt wie zu Schulzeiten erzählen sie: „Wir sind gespannt, was wir noch so behalten können.“ Zu Hause habe sie extra noch einmal das 1 x 7 geübt, erzählt Elisabeth Spieker schmunzelnd. Denn bei einer Übung, die sie bei ihrem letzten Aufenthalt bereits kennengelernt hatte, zählt die Gruppe abwechselnd und jeder Beteiligte muss „Tipp“ sagen, wenn er eine Zahl nennen soll, die durch sieben teilbar ist oder in der die Ziffer sieben vorkommt. Die Frauen lieben diese Übung, sagen sie. Andere Gäste nicht immer, erzählt Anja Tietz mit einem Augenzwinkern: „Manche haben dann ganz plötzlich einen Termin und flüchten.“

Astrid Fleute

Das Caritas-Gästehaus St. Elisabeth liegt zentral in Bad Rothenfelde, direkt an den Salinen und dem Kurpark. Das Haus verfügt über einen kleinen Garten, Gymnastikhalle, Schwimmbad und Kapelle. Es ist größtenteils barrierefrei. Informationen erteilt Hausleiterin Anja Tietz, Tel. 0 54 24/217 20, E-Mail: stelisabeth@caritas-os.de