Was uns diese Woche bewegt
Erinnerungen an den „Emslandplan“
Heute möchte ich Ihnen eine Ausstellung empfehlen, die in diesen Wochen im Gut Altenkamp in Aschendorf zu sehen ist. Es geht um den „Emslandplan“: ein milliardenschweres Infrastrukturprogramm, das ab 1950/51 die einst als „Armenhaus Deutschlands“ geltende Region grundlegend verwandelt hat. Auf der S. 57 lesen Sie in der neuen Ausgabe des Kirchenboten mehr darüber – zum Beispiel auch, warum infolge des „Emslandplans“ auch mehr Kirchen gebaut worden sind.
Für mich hatte der Besuch in Aschendorf auch eine persönliche Note. Ich bin im Emsland geboren, aufgewachsen und nach einigen Stationen außerhalb für Studium und Beruf wieder zurückgekommen. Und das gerne! Meine Kolleginnen und Kollegen kennen das schon, dass ich immer mal wieder die Flagge für das Emsland ganz hoch halte.
Wo ich heute wohne, da gab es früher nur Moor. Die Kultivierung und Erschließung, die man aus ökologischer Sicht heute auch kritisch diskutieren darf, hat damals aber den Grundstein für meine und die Heimat vieler meiner Freunde gelegt. Mitten im Moor ist 1955 unsere Siedlung gegründet worden. Mama und Papa sind 1960 ein paar Tage nach ihrer Hochzeit in ihr neues Haus eingezogen.
Beim Blick auf die 150 historischen Fotos in Aschendorf kam daher die eine oder andere Erinnerung aus meiner Kindheit wieder. An die gewaltigen Ottomeyer-Tiefpflüge, bis in die 1970er-Jahre hinein habe ich sie auf einigen Flächen noch gesehen. An Torfmaschinen, deren Produktion mein Vater mitbegleitet hat. An Häuser in Reih und Glied an schnurgeraden Straßen mit großen Selbstversorger-Gärten dahinter – wie bei uns zu Hause. Ich will das alles keinesfalls verklären: Im Emsland ist sicher nicht alles Gold, was glänzt. Aber die Ausstellung hat mir gezeigt, dass „wir“ auch ein bisschen stolz darauf sein dürfen, was hier alles geschafft worden ist.