Weihnachtskrippen
Schnitzarbeiten aus Betlehem
Foto: Kerstin Harriehausen
Majed Nasrallah und sein Sohn Georg an ihrem Stand in Hamburg.
Ein besonderes „Krippenensemble“ steht auf dem Weihnachtsmarkt an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg: auf sechs Metern Länge können Besucher eine neapolitanische Krippe bewundern. Sie zeigt unzählige Stadthäuser mit geschäftigen Menschen, in der Mitte der klassische Stall von Bethlehem mit Maria, Joseph und dem Jesuskind in der Krippe. Einige der Figuren bewegen sich auf Knopfdruck.
Neben den Schaukästen mit Märchenszenen gibt es den Stand von Majed Nasrallah und seinem Sohn Georg. Sie kommen aus Betlehem und verkaufen in Hamburg Krippen und geschnitzte Figuren aus Olivenholz. Majed Nasrallah ist palästinensischer katholischer Christ und arbeitet eigentlich als Reiseleiter. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 bekommt er jedoch keine Genehmigung mehr, um in Israel als Reiseleiter zu arbeiten.
20 Werkstätten schnitzen am „Holz des Friedens“
Da er eine Schnitzwerkstatt von seinem Vater geerbt hat, versucht er mit seinem Sohn durch Schnitzarbeiten den Lebensunterhalt für seine Familie zu bestreiten. „Wir sind ein Projekt“, erzählt Majed Nasrallah. Es nennt sich „The Wood of Peace“, was übersetzt „das Holz des Friedens“ bedeutet. „Wir sind ungefähr 20 Werkstätten und jede Werkstatt hat eine Spezialität. Niemand macht alles. Wir versuchen seit 20 Jahren unsere Schnitzereien unter anderem in Deutschland zu verkaufen", sagt Nasrallah. Auch die Arbeiten der Kollegen, denn denen fehlt die Möglichkeit für Auslandsreisen.
Von Deutschland aus unterstützt er seine Familie, denn auch das Leben in der Heimat ist teuer und schwerer geworden: „Wir sind bedroht, psychisch bedroht“, sagt Majed Nasrallah. „Wir haben keine Freiheit. Nur mein Sohn Nizar kann in Israel als Krankenpfleger arbeiten, denn medizinische Versorgung ist wichtig. Ich als Reiseleiter bekomme keine Genehmigung.“ Die katholischen Christen in Israel haben eigene Kirchen und können die Messen feiern, so Nasrallah, aber immer mehr junge Leute reisten aus. „Das ist eine Katastrophe“, sagt er, „wir fühlen uns immer unsicher und wissen nicht, was die Zukunft bringen wird“.