Weltlachtag

Ich lach mich tot!

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lachender Mensch
Nachweis

Foto: HLS 44/Unsplash.com

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Lachen ist gesund, baut Stresshormone ab und stärkt das Immunsystem.

Der erste Sonntag im Mai ist Weltlachtag. Die Idee kam 1998 in der Yoga-Lachbewegung auf. Seitdem wird der Weltlachtag von sogenannten „Lachclubs“ organisiert. Wer am Weltlachtag mitmachen will, der ist aufgefordert, Punkt 14 Uhr eine Minute lang lauthals zu lachen. 60 Sekunden lang. Das soll nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Weltfrieden dienen. Lachen ist also eine ernste Angelegenheit. Und auch in der Kirche wird manchmal herzlich gelacht. Ein paar Fakten.

Wo Menschen lachen, geht es entspannter zu. Dafür ist es aber nötig, auch über sich selbst lachen zu können.

Lachen ist nicht nur ansteckend und sorgt für gute Laune, sondern ist auch gesund. Es senkt den Blutdruck, baut Stresshormone ab und stärkt das Immunsystem. Hinzu kommt der Fitness-Aspekt: Wer drei Minuten von Herzen lacht, erzielt etwa den gleichen Trainingseffekt, wie wenn er 15 Minuten joggen würde.

Lachen ist vergleichbar mit Hochleistungssport. Wenn wir lachen, sind vom Gesicht bis zum Bauch fast 300 verschiedene Muskeln beteiligt. Darunter sind auch die des Tränensacks, was dazu führen kann, dass wir Tränen lachen. Bei einem richtigen Lachanfall pressen die Bauchmuskeln die Luft mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde hinaus.

Lange war das Lachen unter Christen verpönt. Jesus hat sicher auch gelacht, aber das wird im Neuen Testament nicht explizit erwähnt. Deshalb sah die Kirche das Lachen als etwas Teuflisches an – so steht es auch in den alten Ordensregeln. Zum Glück hat sich das geändert. Heute gilt Lachen als Ausdruck der Freude und des Dankes für Gottes gute Schöpfung. 

Lachen wurde normal und zog in Form des Osterlachens auch in die Kirche ein. Es ist Tradition, dass die Gemeinde am Ostersonntag zum Lachen gebracht wird. Aber nicht einfach so zum Spaß: Es wird der Tod ausgelacht. Im Ostergottesdienst 2024 hatte der Passauer Bischof Stefan Oster für großes Gelächter gesorgt. Grund war ein von ihm vorgetragener Witz. Im Mitschnitt auf dem You Tube-Kanal des Bistums ist nicht nur das Lachen der Gottesdienstbesucher zu hören, sondern auch zu sehen, wie der Bischof selbst nicht mehr an sich halten kann. Das Video war auch Thema in säkularen Medien und hat innerhalb kürzester Zeit fast eine Million Klicks erreicht.

Das Lachen kommt auch in der Bibel vor. Der Prediger Salomo zum Beispiel betont, dass alles seine Zeit hat. Es gibt eine Zeit zum Weinen, aber es gibt auch eine Zeit zum Lachen. In den Psalmen heißt es: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden, unser Mund wird voll Lachen sein.“ (Psalm 126) Und nicht nur Menschen haben Grund zum Lachen. Sogar von Gott wird im Psalm zwei gesagt, dass er lacht. Und zwar über die Herrscher der Erde, die sich aufplustern und allzu wichtig nehmen. 

Was den Humor angeht, könnten Christen sich einiges von ihren jüdischen Glaubensgeschwistern abschauen. Deren Witze sind gut und tiefsinnig – und manchmal auch ein Mittel, um die zahlreichen Ärgernisse und Anfeindungen im Leben auszuhalten. 

Die Mächtigen dieser Welt lachen weniger

Erwachsene lachen am Tag etwa 20 Mal, Kinder bis zu 200 Mal. Das liegt daran, dass für sie Dinge noch neu und überraschend sind, an die sich Erwachsene gewöhnt haben. Wenn kleine Kinder zum Beispiel sehen, wie ein Ball die Treppe runterhüpft, lachen sie sich kaputt. Die Erwachsenen nicht. Weil sie so etwas schon oft gesehen haben. 

Manchmal sehen Tiere aus, als würden sie grinsen. Tatsächlich können manche Tiere lachen. Affen zum Beispiel, die uns Menschen ohnehin sehr ähnlich sind. Sie reißen dann ihr Maul weit auf und zeigen ihre Zähne. Forscher haben herausgefunden, dass sich zum Beispiel Schimpansen auch vom Lachen eines Artgenossen anstecken lassen. Affen kitzeln sich manchmal auch gegenseitig und geben dann Lachgeräusche von sich. Pferde sind ebenfalls kitzelig: Wenn man sie mit einer Bürste unter den Achseln kitzelt, wiehern manche auf bestimmte Art.

In Afrika wird am meisten gelacht, weiß der Lachforscher und Humorexperte Rainer Stollmann. Die Menschen dort lachen auch über Dinge, über die wir uns ärgern würden. Zum Beispiel über Missgeschicke. 

In Europa lachen die Engländer am meisten. Sie sind die Weltmeister des Humors – während die Deutschen Lachen und Ernst viel stärker trennen.

In manchen asiatischen Ländern wie Japan sieht man Menschen selten auf der Straße oder an anderen öffentlichen Orten laut lachen. Dort zeigen die Menschen ihre Gefühle seltener öffentlich. Lachen hält sich aber nicht unbedingt an Ländergrenzen. Wie viel jemand lacht, hängt auch von seiner Position ab, sagt Lachforscher Stollmann. „Unten wird immer mehr gelacht als oben.“ Das bedeutet: Mächtige lachen weniger. 

Und: Kann man sich eigentlich totlachen? Vom Lachen kann man starken Muskelkater im Bauch bekommen, genauer gesagt im Zwerchfell. Das Zwerchfell ist nämlich nicht zum Lachen da, sondern dafür, die Lungen beim Atmen zu unterstützen. Totlachen kann man sich übrigens nicht. Obwohl das die Menschen früher wirklich geglaubt haben. (asa)
 

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