Humorvolles für den guten Zweck

Teenager erfindet einen Witze-Automaten

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Junge mit Witze-Automat
Nachweis

Foto: privat

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Julius (13) will Menschen zum Lachen bringen mit Witzen aus dem Automaten. Der ehemalige Kaugummi-Automat steht in der Katholischen Familienbildungsstätte in Osnabrück.

Seit der Grundschulzeit interessiert sich Julius Knoll für Witze. Der 13-Jährige möchte Menschen zum Lachen bringen. Aber wie gelingt es, Witze das ganze Jahr über anzubieten? Die Idee: einen Witze-Automaten aufstellen. Der Standort war schnell gefunden: die Katholische Familienbildungsstätte in Osnabrück. Für ein paar Cent spuckt nun ein ehemaliger Kaugummi-Automat kleine Kapseln mit Witzen aus. Der Erlös wird gespendet.

Auf den gefalteten Zetteln aus den Kapseln ist beispielsweise zu lesen: „Was sagte der Baumeister, als er den Grundstein für den Schiefen Turm von Pisa legte? Wird schon schiefgehen." Oder: „Was macht ein Drache im Fußballstadion? Er feuert die Spieler an.“ Lichtblicke und Sternschnuppen sind auch die aufwändig gefalteten Sterne, die in weiteren Kunststoffkugeln stecken – und regelmäßig für schmunzelnde Gesichter im Foyer der Einrichtung sorgen.  

Seit der Grundschulzeit interessiert sich Julius für Witze. Jahrelang notierte er die Sprüche auf einem Zettel und versorgte Familie und Verwandtschaft immer wieder mit lustigen Beiträgen. Über 200 lustige Kurzgeschichten und Scherzfragen hat er mittlerweile in Büchern, im Internet oder mit Hilfe von Freunden gesammelt. Nachdem die Familie mit Sprüchen versorgt war, hatte der Witzefan eine neue Idee: Sorgfältig schrieb er seine gesammelten Werke auf kleine bunte Zettel, rollte sie auf und verkaufte sie einzeln oder im Bündel von 24 Exemplaren als Adventskalender am Stand seiner Mutter auf einem Koffermarkt – mit überraschendem Erfolg. 

„Ich möchte die Menschen zum Lachen bringen“, erklärt der Teenager seine Motivation, Witze und Scherzfragen zu sammeln. Mutter Ulrike Knoll ergänzt: „Insbesondere in der heutigen von Umbrüchen, Krisen und Kriegen geprägten Zeit ist das doch ein schöner Gedanke". Sie unterstützt ihren Sohn mit seinen Aktionen. Gemeinsam suchten sie nach einer Möglichkeit, das ganze Jahr über Witze für die Menschen anzubieten. Die Lösung fanden sie in Nürnberg: einen Witzeautomaten. 

Witze
Witze, handgeschrieben und in Kapseln verpackt: So kommen sie aus dem Automaten. Foto: privat

Wovon träumt eine Katze nachts?

Als kleinstes Modell erwarben sie ein rot-weiß lackiertes Metallgehäuse mit zwei Innenautomaten samt Kunststoffkugeln. Sie bestückten sie mit Witzen und verzierten Papiersternen und befüllten damit den Automaten. Auf der Suche nach einem Standort für ihr Projekt stießen sie bei der Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte, Juliane Huesmann, auf Interesse. 

Seit Mitte Oktober sorgt der Automat nun direkt im Eingangsbereich der Einrichtung für schmunzelnde Gesichter. 50 Euro haben Mutter und Sohn bereits mit dem Projekt erzielt. Das Geld wollen sie aber nicht für sich behalten. Mit dem Großteil der Einnahmen sollen gemeinnützige Organisationen und Initiativen vor Ort wie die Kindermahlzeit, der Ambulante Kinderhospizdienst oder die Kindertafel finanziell unterstützt werden. 

Gerade produzieren Mutter und Sohn zuhause wieder fleißig Nachschub, den sie bald in den Automaten füllen wollen. Mit lustigen Sprüchen wie: „Wovon träumt eine Katze nachts? Von einem Muskelkater.“ 

Astrid Fleute